Ökosysteme – und als solche kann man größere Gärten sehen – folgen ganz genauen naturgesetzlichen Spielregeln, die nur mit extremem Mitteleinsatz und nur geringfügig geändert werden können.

 Einedieser unumstößlichen Gesetzmäßigkeiten ist die konsequente Ökosystem-Alterung. Junge Ökosysteme sind sehr produktiv, erzeugen große Organismenmassen und verbrauchen die vorhandenen Nährstoffressourcen sehr schnell. Unsere einjährigen Landwirtschaftskulturen sind beispielsweise solche jungen Ökosysteme.Wird im Herbst die Ernte eingefahren und von der Fläche entfernt, enzieht man einen beträchtlichen Teil der am Feld vorhandenen Nährstofreserven.

Ein anderes typisches junges Ökosystem ist eine Sandbank in einem Fluss. Je nach Zeitpunkt und Witterungsverlauf kann sich ein dichter, aber artenarmer Weidenbestand ansiedeln. Wird dieser nicht beerntet,  also zurückgeschnitten, werden die Nährstoffreserven zwar dem Boden entzogen, bleiben aber im System, also in der Pflanzenmasse oder im Bestandesabfall als Streuauflage im Boden.

 Mitzunehmendem Alter des Weidenbestandes – und damit des Ökosystems Schotterinsel – wird der Gehölzbestand strukturreicher, andere Pflanzenarten werden sich ansiedeln und die zunehmend dickere Streuauflage wird von zahlreichen Kleinstlebewesen wieder zerlegt und „remineralisiert“, also wieder in den Nährstoffreserven-Zustand zurückgeführt. Die Produktivität geht zurück, weil die Organismenmasse vermehrt von den eigenen „Abfällen“ lebt. Im Extrem (auf der Schotterinsel nicht zu erwarten) wird daraus ein Uralt-Inselwäldchen, das nur mehr soviel produziert, wie im kleinen Insel-Ökosystem verbraucht wird.Die Produktivität ist praktisch zum Stillstand gekommen. Alte Ökosysteme sind dafür aber besonders stabil und nachhaltig.

Die Natufaktur ist ein Nutz-Ökosystem und eine Nullproduktion würde ein ökonomisches Dilemma hervorrufen. Das Beispiel der modernen Landwirtschaft mit einer Maximierung der Produktion zeigt uns allerdings die damit zwangsweise verbundene Ressourcenbelastung, Verlust jeglicher Nachhaltigkeit und zunehmender Artenarmut. Die Natufaktur geht einen anderen Weg. Wir, die Schöpfer und Gönner der Natufaktur, verzichten bewusst auf Maximalproduktivität und wählenden Systemzustand „mittelalt“. Praktisch bedeutet das:

* nicht alles was eine Fläche produziert wird entnommen (es darf auch schon einmal einiges über die Wintersaison am Feld stehen bleiben)

* nicht erntewürdige Pflanzen (manche sagen dazu Unkräuter) helfen mit den Artenreichtum zu erhöhen

* Saumgehölze (bei uns sind das zum Beispiel randlich wachsende Dirndl-Sträucher) helfen mit,auch tiefer liegende Bodenschichten mit in das kleine Gartenökosystem einzubinden

*Küchenabfälle kommen als Mulch zurück in die Beetflächen, sodass die Entnahme der gebildeten Pflanzenmasse auf die kulinarisch verwertbaren Komponenten beschränkt bleibt.

*Die Beetflächen bleiben „ewig“ an Ort und Stelle wodurch sich in den Jahren immer mehr Humus und Tonhumus-Komplex anreichert (wie im Urwald die „Pensionsvorsorge“ für die mühsame Zeit des Alters

Das sind nur einige der Konsequenzen, die in der Natufaktur aus den aktuellen Ökosystem-Theorien gezogen werden. Weitere werden auf diesen Seiten bald nachgereicht.